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Pakistan – Skardu

Der Bekannte von Mark ist heute mit einem Kameramann zu unserem Hotel gekommen und möchte ein Interview für einen lokalen Fernsehsender machen. Für uns kommt das etwas überraschend und keiner hat so recht Lust ein Interview zu geben. Verabschiede mich von den anderen, diese fahren heute weiter nach Naran, ich werde nach Skardu fahren.

Der Karakorum Highway ist in einem ausgezeichneten Zustand, sobald man diesen verlässt werden die Straßen merklich schlechter. Die Straße nach Skardu ist in einem schlechten Zustand und erinnert mich stellenweise an den Pamir Highway. Überall Schlaglöcher und zum Teil fehlt der Asphalt am Rand. Zum Glück habe ich hier kaum Gegenverkehr und kann die meisten Fahrzeuge entspannt überholen.

Auf den letzten 100km nach Skardu wird gerade die Straße erweitert und man kommt nur schleppend voran. Muss hier 1 Stunde warten, da Sprengungen durchgeführt werden. Plaudere in der Zwischenzeit mit ein paar Einheimischen, diese sind von meinem Motorrad begeistert. Die letzten Kilometer verlaufen stressfrei und ich finde ein Hotel in Skardu, das nicht zu teuer ist und WIFI bietet. Das Essen hier ist vorzüglich.

Als ich am nächsten Tag nach Askole aufbrechen will, empfiehlt mir der Betreiber vom Hotel nach Hushe zu fahren. Dort soll ich eine tolle Aussicht auf den Masherbrum haben. Askole selbst ist nicht sonderlich spektakulär. Ich plane meine Route um, werde zuerst nach Shigar und anschließend nach Hushe fahren. Auch ein Abstecher in die Cold Desert ist geplant.

Das Wetter ist traumhaft und ich bin beeindruckt von der Landschaft hier. Karge Berglandschaft mit grünen Feldern. In Shigar besuche ich das Fort, welches aktuell ein 5 Sterne Hotel ist. Danach fahre ich zurück Richtung Skardu und folge einem Pfad in die Cold Desert. Toller Anblick, ich fahre mit meiner Husqvarna querfeldein über die Dünen. Es macht unglaublich viel Spaß.


Beim Parken war ich dann doch etwas übermotiviert, habe das Hinterrad etwas zu tief eingegraben und komm nicht mehr raus. Aber das ist kein Problem, Motorrad wird zur Seite gelegt und am Vorderrad um ein paar Grad gedreht. Danach kann ich ohne Probleme los fahren.

Nach diesem abenteuerlichen Ausflug in die Wüste, geht es weiter nach Kahplu. Straße bis hier ganz OK, danach fahre ich auf groben Schotter nach Hushe. In den Ortschaften die ich passiere, wird aktuell Stroh zum trocknen aufbereitet. Baustil der Häuser sehr einfach.

Bei einem Checkpoint sehe ich zum ersten mal Masherbrum, welcher am Ende des Tal hervorragt. Straße wird ab hier zunehmend schlechter und jede Menge Baustellen. Hier werden gerade Teilabschnitte asphaltiert. Die Kulisse ist einmalig, bleibe vor einem Ort kurz stehen und mache ein Foto. Die lokalen Schulkinder haben mich entdeckt und kommen angelaufen.

In Hushe angekommen, fahre ich zum erst besten Guest House. Dieser hat keine Dusche und verweist mich auf das benachbarte Hotel. Bekomme hier ein Zimmer für 2000 Rubies mit kaltem Wasser. Treffe hier einen Tourguide, welcher sich sehr gut in dem Gebiet rund um Astore auskennt. Er empfiehlt mir zum Basis Lager des Nanga Parbat zu fahren.

Es setzt sich eine lokale Legende an unseren Tisch, Little Karim, ein kleiner Mann, welcher ein legendärer Sherpa war. Er war 3 mal am K2. Inzwischen ist er zu alt und verbringt die meiste Zeit im Ort.

Am nächsten Morgen habe ich beinahe freie Sicht auf den Gipfel des Masherbrum, die gesamte Kulisse hier sieht einfach traumhaft aus. Nach dem Frühstück fahre ich zurück nach Skardu. Die steilen Bergflanken und die grünen Felder gefallen mir sehr gut.

Beim Checkpoint treffe ich auf die Jeeps, die die Gäste von Hushe zurück nach Skardu bringen. Leider kann ich nicht überholen und muss genügend Abstand halten, es staubt extrem. In Skardu übernachte ich erneut im selben Hotel.

Mache mich am nächsten Tag auf den Weg zum Nanga Parbat Base Camp, davor geht es über das Deosai Plateau. Bei einem Checkpoint muss eine Eintrittsgebühr von 8USD bezahlt werden. Die Polizisten machen mit mir gemeinsam ein Foto.

Auf einer Schotterstraße geht es über die Hochebene, die Landschaft ist OK, beeindruckt mich nicht sonderlich. Beim Verlassen des Nationalparks werde ich 3 mal gestoppt und nach meinem Reisepass gefragt. Bin merklich genervt.

Ein paar Kilometer vor Astore muss ich mich entscheiden, ob ich zum Base Camp des Nanga Parbat hochfahre. Leider sieht das Wetter nicht sonderlich gut aus und ich beschließe weiter zu fahren. Die Straße bis zum KKH ist in einem schlechten Zustand, erst am KKH komme ich wieder einigermaßen gut voran.

Die Straße auf den Babusar Pass ist in einem super Zustand. Hier geht es in unzähligen Kehren den Berg hoch. Auf der anderen Seite hat die Straße tiefe Schlaglöcher und Wasserdurchfahrten. Ich erreiche Naran kurz vor Einbruch der Dunkelheit.